Unsere Hard Roughs: Fluch oder Segen?

Viele unserer Mitglieder interessieren sich für die Hintergründe rund um unser Hard Rough, daher möchte ich gerne erneut aufklären. Jedes Frühjahr werden meine Kollegen und ich von den Golfern gefragt, warum wir das Hard Rough nicht früher und öfter mähen, damit die Spieler ihre Bälle besser und schneller finden. Dieser Wunsch ist für uns alle nachvollziehbar und wir würden ihn auch gerne erfüllen, aber dabei sind uns leider die Hände gebunden.

Bereits fest in der Baugenehmigung des Golfplatzes manifestiert ist der sogenannte landschaftspflegerische Begleitplan, der in unserer täglichen Arbeit keine Veränderung zulässt. Dieser Plan weist neben allen anderen Platzbestandteilen auch die Hard Rough Flächen aus, welche sogenannte Ausgleichsflächen darstellen, auf denen der durch den Golfplatzbau verlorene Lebensraum wiederhergestellt, gepflegt und langfristig erhalten werden muss.

Dieser „neue“ Lebensraum dient also dem Schutz für Pflanzen und Tiere und darf weder in der Größe verändert, noch zu beliebigen Zeitpunkten und in beliebiger Anzahl gemäht werden. Die Schnittzeitpunkte sind also ebenfalls behördlich festgelegt und der frühestmögliche Zeitpunkt für die ersten Mahd im Jahr ist Mitte Juni, um den Artenschutz bestmöglich gewährleisten zu können. Darüber hinaus dürfen nicht mehr als drei Schnitte im Jahr erfolgen.

Um den Spielbetrieb zu entlasten, konnten wir bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Sondergenehmigung erwirken, die es uns ermöglicht, bestimmte Bereiche des Hard Roughs bereits ab Mitte/Ende Mai mähen zu dürfen.

Neben den behördlichen Vorgaben gibt es allerdings weitere Abhängigkeiten, die den richtigen Mähzeitpunkt einschränken. Erst wenn folgende Bedingungen erfüllt sind, kann die abschnittsweise Mahd des Hard Roughs erfolgen:

  1. Meine Kollegen und ich sind alle im Einsatz und keiner fällt aus.
  2. Das Gras ist nach einer längeren Trockenphase ausreichend trocken.
  3. Das Schnittgut kann direkt nach der Mahd in Ballen geformt und abtransportiert werden. Hierfür benötigen wir externe Hilfe, die freie Kapazitäten haben muss. Das Gras wird davor in Bahnen geordnet, damit es der Landwirt mit der Maschine aufsammeln kann. Golfer, die mit ihrem Schläger die Grasbahnen wieder zerteilen, verzögern diese Prozess nachhaltig.

Und dann gibt es noch vereinzelte Bereiche auf unserer Anlage, die sogar erst ab August gemäht werden dürfen und die Biotope werden sogar nur alle drei Jahre einer Pflegemaßnahme unterzogen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit wichtige Hintergrundinformationen geliefert zu haben. Und bitte denken Sie daran: Eine ungemähte Ecke ist keine Nachlässigkeit.

Ihr Stephan Schlierf mit dem gesamten Team

 

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